Me Made Mittwoch #33: Harriet

Nachdem „Harriet“ aus der La Maison Victor/ Nov.-Dez. 2015  sich vorerst für mein Weihnachtskleid 2015 diesem Schnitt geschlagen geben musste, ist sie nun endlich doch in Nadelbernds Kleiderschrank eingezogen. Im Gegensatz zu mir gaben im Dezember dafür viele andere Näherinnen „Harriet“ den Vortritt , das Kleid schien mir DER Weihnachts-Schnitt überhaupt im letzten Jahr gewesen zu sein:

Hier, hier, hier, hier, hier – und, wenn Ihr noch könnt – auch hier kann man die fertigen Weihnachts-Harriets bestaunen. Besonders hübsch finde ich auch diese sommerliche Variante aus Frankreich mit Vögelchen drauf. Dort sieht man ganz gut,was mich am Anfang auch an meiner ersten „Harriet“ nervte, der Ausschnitt klappt nach aussen. Bei dem sommerlichen Kleid aus Flapperstoff ist es gar nicht weiter schlimm, bei mir fand ich es doof, es sah aus wie gewollt und nicht gekonnt und kratzte gehörig an der Nähnerdehre. Irgendwas war da zu eng und hat an den Belegen gezogen, vermute ich. Nach ein paar Mal Tragen und einer Runde in der Waschmaschine und einer extra Bügelsitzung ist es jetzt aber besser geworden. Im Frühling möchte ich das Kleid nämlich ganz gerne auch mal ohne Schummel-Schal tragen, obwohl dieser hier farblich perfekt passt, schade dass Mutti im Garten nicht auch noch eine petrolfarbene Wand hat.

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Selbstgestrickter Schal mit kleinen Fehlern (die kriege ich selbst bei Kraus-Rechts super hin…), dafür farblich perfekt passend zu „Harriet“ aus der La Maison Victor / Nov.-Dez. 2015.

Ich habe das Kleid total kreativ in der gleichen Farbe wie im Magazin abgebildet aus einem leider zum Pilling neigenden Stoff mit immerhin schönem Fall genäht. Petrol mag ich im Moment sehr gerne und die Farbe passt eben auch perfekt zum Schnitt finde ich.

Natürlich ist aber schon längst auch eine weitere Variante aus dünnem Denim in der Mache, bei der ich die Prinzessnähte diesmal farblich absetzen möchte. Die Absteckerei bei Mutti (Herr B. hatte schon wieder Assistenten-Frei, sogar für die Fotos…) soll sich schließlich lohnen. Etwas enger in der Taille könnte Harriett II. auch werden, diese ist hier am Ende doch einen Ticken zu weit geraten. An fertigen Teilen operiere ich ungerne herum (dabei ging schon das ein oder andere Modell hops) und so hilft hier für eine schönere Silhouette der güldenen Blättergürtel nach.

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So toll der Schal farblich auch passt, so wenig sieht man den Ausschnitt des Kleides, den ich sehr mag, obwohl er so nervte. Also runter mit der Wolle, auch wenn es mit kurzen Ärmeln im Garten nicht gerade warm war.

Wie ich festgestellt habe, sind die umgeschlagenen Ärmelsäume unvorteilhaft für enge Strickjacken, man hat dadurch ganz komische Popeye-Arme, vielleicht lasse ich die beim 2. Versuch weg, ohne Strickjacke gibt es mich nämlich eigentlich nur im Hochsommer.

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„Harriet“ ist mein erstes Kleid, das von innen hübsch ordentliche Overlocknähte hat. Ich hätte sie allerdings erst versäubern und dann auseinander bügeln sollen, denn die Maschine fand die zusammengedonnerten Nähte ein wenig zu wulstig zum Absteppen, besonders am Beginn der Naht war das ein ziemliches Theater. Da die Ziernähte auch in Petrol sind sieht man die Eierei nicht allzu sehr und Nahaufnahmen gibts lieber keine.

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Das Kleid war mein Erstlingswerk bei den Schneiderpuppen und hat deswegen so manchen Claudia-Kniff an Board. Es ist ungefüttert, was enorm Zeit spart. Das flaschengrüne Unterkleid mit türkiser Spitze ist da viel schneller fertig und ich fühle mich mit den Dingern immer ein bisschen Dowton Abbey. Wärmen ist nicht so seine Stärke, aber der Rock bleibt wo er soll. Im Moment nähe ich zwischendurch immer mal ein Unterkleid für den schnellen Näherfolg und experimentiere noch ein wenig mit der Passform von Melinda. Spitze ist übrigens nicht gleich Spitze, es gibt weiche wie diese und plastikhafte, die einen tagsüber schon mal in den Wahnsinn kratzen kann. Die kommt mir nicht mehr ins Haus und ein Unterkleid wandert gleich unauffällig ganz nach hinten in den Schrank.

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Unterkleid statt Kleid füttern, herrlich unkompliziert und irgendwie Downton Abbey!

Nun aber zu den nützlichen Tipps von Claudia, von denen Ihr vielleicht auch noch was habt:

  • Overlock statt Zick-Zack (warum nur hab ich so lange damit gewartet?!)
  • Den Taschenbeutel, der an das Vorderteil kommt mit Vlieseline verstärken und…
  • den vorderen Taschenbeutel in der Nahtzugabe absteppen damit er sich automatisch einrollt
  • Kaufe niemals wieder Bügelvlies, das sich anfasst wie Papier!
  • Auch den Stoff im Bereich des Reißverschlusses mit Vlieseline verstärken, das hilft gegen Krokodilfalten am Rücken
  • Wenn der Ausschnitt aufklappt entweder die Tiefe verringern und/ oder stärkeres Vlies verwenden
  • Beim Absteppen der Prinzessnähte darauf achten, dass das Garn nicht zu dünn ist (das wäre bei der gerade entstehenden Jeansvariante beinahe schief gelaufen, über den Vorschlag mit einer knalligeren Farbe als hellbraun abzusteppen denke ich noch nach…)
  • An den Taschen der Jeanskleides mal einen Riegel als Ziernaht ausprobieren (ich frag mal die Nähmaschine, ob sie das kann…)
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Harriet ist mein erstes Kleid, das von innen mit ordentlichen Overlock-Kanten versäubert wurde. Hach.

Bald ist Frühling, das Schneeglöckchen im Garten hats mir versprochen!

Nähen die anderen Damen beim Me Made Mittwoch etwa schon fleißig Frühlingshaftes? Hier ist demnächst auch Schluß mit dunklen Winterstoffen:

Der Flamingostoff sowie die lustigen Vögel sind  inzwischen gewaschen und ich freue mich schon darauf daraus einen Frühlingsbegrüßungsrock und ein zwitscherndes Kleidchen zu nähen. Diese beiden Schätzchen sollen für die nächsten Monate mein letzter Stoffkauf gewesen sein, denn ich möchte mir eine Scheibe von Julias klugen Nähgedanken für das Jahr 2016 abschneiden. Diesmal wirklich. Echt jetzt!

collage frühling

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17 replies »

  1. So schön das Kleid! Die Farbe ist auch genau meins und dein Unterkleider dazu sind auch immer so hübsch! Das würde ich auch genauso tragen, steht dir auch wirklich super! Der Gürtel ist auch total schön! Ach ich komm nicht mehr aus dem Schwärmen raus…. 🙂

    Lieben Gruß
    NähKäthe

  2. Wie hübsch! Die Farbe steht Dir wirklich ausgesprochen gut. Hatte gar nicht mitbekommen dass die Maison Victor Schnitte gerade so populär sind aber es sind ja auch immer wieder sehr hübsche dabei, das macht schon Sinn 🙂 Liebe Grüße!

  3. Ein rundherum tolles Kleid! Die Form gefällt mir sehr und ich bin gerade auch der Petrolliebe verfallen. Wegen dem Aufklappproblem würde ich mich frisfris anschließen. Es sieht aus als wäre es eine Kombi von Halsloch nicht tief genug und spannt etwas über der Brust. Den Schnitt kann ich mir sehr gut in Jeans vorstellen und ich bin gespannt auf das fertige Teil!

    Freut mich, dass ich dich ein bisschen inspirieren konnte 🙂 Bei dem tollen Flamingostoff hätte ich wohl auch nicht nein-sagen können. Deshalb halte ich mich gerade konsequent von allen Stoffläden fern. Ich drücke dir die Daumen, dass du dein Ziel erreichst.

    Liebe Grüße
    Julia

  4. Die Farbe ist toll und das Kleid zauberhaft. Ich bin auch ein Freund von Unterkleidern, habe allerdings noch keines selbst genäht.Du machst Mut, es mal zu versuchen und dann werde ich bei der Spitze aufpassen.
    LG, Ina

  5. Liebe Nadine, das Kleid sieht sehr klasse aus und steht Dir hervorragend. Auch das „Zubehör“ passt sehr gut dazu.
    Der schwarzgrundige Stoff (2. Reihe) wäre auch mein Fall, derzeit bin ich aber wenig inspiriert. Jetzt muss erst mal die Schneiderpuppenwerkstatt fertig werden.
    Lg Ute

  6. Liebe Katrin,

    jajajaja! Genauso einen Flamingo Rock möchte ich machen, dann hab ich mir den Floh bei dir ins Ohr gesetzt… Toll sieht der aus. Meine Flamingos kamen übrigens auch von Birds and Bees über Dawanda, vielleicht ist noch was da, hab nicht vor allzu langer Zeit dort bestellt.

    Liebe Grüße, Nadine

  7. Schön, Harriet mal wieder! Der (übrigens petrolfarbene) Stoff für das Kleid wartet hier auch seit der Weihnachtskleinäherei auf Verarbeitung. Schön mal wieder daran erinnert zu werden. Deine Variante gefällt mir sehr gut, zum Aufklapproblem kann ich allerdings keine weisen Ratschläge beisteuern.
    Herzliche Grüße,
    Malou

  8. Schön, mal wieder ein fertiges Harriet zu sehen, ich finde den Schnitt ja sehr schön (aber kam dann auch noch nicht dazu…). Das sieht doch wirklich schön aus – eine tolle Farbe, das Kleid steht dir gut!
    Das Unterkleid dazu ist auch toll.

    Falls du den Schnitt nochmal nähst (machst du Harriet aus Jeans?) würde ich es mal ausprobieren, nicht den Schlitz weiter zu schließen, sondern evtl. ein bisschen Richtung Armausschnitt rauslassen. Es sieht ein bisschen aus, als würde es in die Richtung ziehen und deshalb aufklappen, oder du bräuchtest vielleicht mehr Weite in der Brust?
    Oder eher von oben den Schlitz kürzer (also den Halsausschnitt tiefer und evtl. den Beleg ein bisschen kürzen, damit der den Schlitz besser unten hält)? Also, als Versuch. Aber ist ja eh wieder bei jedem Stoff anders… seufz.
    LG frifris

    • Danke für deine Tipps, es kann natürlich sein, dass wir es beim Abstecken etwas zu gut gemeint haben, ich mag meine Oberteile immer gerne etwas enger, weils unten ja schon breit genug ist. Mal abwarten was mir der Jeansstoff beschert…
      Liebe Grüße,
      Nadine

  9. Oh, ich bin heute auch in La Maison Victor unterwegs 🙂

    Deine Harriet ist sehr schön geworden, muss ich schon sagen. Tolle Farbe auch (hatte ich aber schonmal gesagt, glaub ich?)!
    Mit dem Thema Unterkleid muss ich mich auch nochmal beschäftigen… Schick mal wieder bei Dir heute!

    Den Flamingostoff habe ich im letzten Jahr schon vernäht (auch ein Rock) und hatte dann zu wenig für ein passendes Oberteil – das würde mir noch fehlen. Verrätst Du mir, wo Du Deinen gekauft hast? Birds and Bees kriegt den nicht mehr rein, offensichtlich :/

    Einen schönen Mittwoch!
    LG
    Katrin

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