Me Made Mittwoch #35: Das Panzerknackerkleid

Am vergangenen Sonntag war ich trotz Stoffkaufsperre mit Ute auf dem Stoffmarkt in Frankfurt, natürlich sind wir beide mit vollsten Taschen zurückgekommen, ich freue mich schon sehr auf das Verarbeiten der neuen Schätzchen, ganz besonders auf ein luftiges Sommertop aus dieser Traumseide:

collage seide

Ausbeute des Stoffmarktbesuches in Frankfurt und Premiere für das Panzerknackerkleid

Ich bin erst ganz zum Schluss zurück zum Stand mit den schönen Seidenstoffen, weil ich ziemlich lange brauchte den „Bist-Du-irre-das-ist-zu-teuer-Teufelchen“ von meiner Schulter zu schütteln. Hat aber am Ende geklappt, nicht zuletzt, weil ich mich an Frau Craftelns Plädoyer zum Kauf qualitativer Stoffe erinnerte. In der Regel kaufe ich Stoffe zwischen 5 und 15 Euro schon allein deshalb weil ich Angst habe, teurere Stoffe zu verhunzen und weil ich keine Fussballergattin mit dickem Taschengeld bin. Ich möchte nämlich über das Jahr verteilt viele unterschiedliche Kleidungsstücke Nähen und nicht nur drei Modelle aus sündhaft teuren Designerstoffen.

Am Sonntag war es dann aber soweit und ich habe mir den für meine Verhältnisse kostspieligsten Stoff ever gekauft, die Kartenzahlung hat inzwischen auch Marktstände erreicht… . Erschreckend wenig Stoff für relativ viel Geld, dafür aber unglaublich schön!  Bevor ich ihn anschneide sitze ich wahrscheinlich erstmal eine halbe Stunde andächtig davor, bis ich mich traue loszulegen. vielleicht bringe ich das auch gar nicht übers Herz und hänge ihn einfach an die Wand. Ihr werdet es erfahren…

Auf dem Stoffmarkt habe ich auch mein neues Streifenkleid (mit dem ich sicher auch bei den Panzerknackern willkommen wäre) zum ersten Mal ausgeführt. Da Märkte traditionell immer sehr voll sind war es wenig sinnvoll dort Bilder zu machen, bei uns im Garten ist einfach weniger Gedränge:

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Der Stoff ist ein relativ dicker und fester Jersey, gefunden bei Karstadt. Ja, Jersey! Ich habe mich getraut, obwohl ich diesen wabbeligen Stoff eigentlich nicht mag und deshalb so gut wie niemals verarbeite. Die Nähte werden bei mir trotz Stretch-Stich gerne beulig und doch hat Jersey zum einen den unschlagbaren Vorteil, dass man sich den Reissverschluss klemmen und sich stattdessen einfach in das Kleid schlängeln kann, zum anderen zwickt im Sitzen auch nach einem üppigen Essen nichts. Schön fliegen kann Jersey auch:

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Wer hier ab und zu vorbei schaut weiß, dass ich gerne mit Streifen spiele (hier oder auch hier), die Idee für dieses Kleid stand fest, nachdem ich bei Julia das Valentino-Kleid gesehen habe, ich wollte die Streifen nur gerne alle in eine Richtung haben. Ich finde übrigens nicht, dass Querstreifen unvorteilhaft sind.

Wie immer ist der Zuschnitt und das Nähen etwas nerviger als bei wilden Musterstoffen, aber den Effekt, den die zusammentreffenden Streifen haben, ist mir die Mühe immer wieder wert. Um es sich nicht unnötig schwer zu machen, sollte man den Schnitt gut auswählen. Auf meiner Suche nach einem streifenfreundlichen Schnitt wurde ich in diesem Buch fündig:

collage schnitt

Das Buch ist der ultimative Schnitt-Baukausten, wenn man nicht allzu aufwändige und bahnbrechend neue Projekte nähen möchte.

Der Schnitt für das Panzerknackerkleid ist also aus dem Buch KLEIDER nähen von Tanya Whelan, das eine große Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten bietet. Es gibt verschiedene Oberteile, Krägen, Ärmel und Röcke und man kann sie nach Belieben zusammensetzen. Die Schnitte sind natürlich nicht wahnsinnig raffiniert und man hat alles auch schon irgendwie mal gesehen, trotzdem bietet das Buch als Baukasten eine feine Grundlage.

Ich habe mich für das Basisoberteil mit V-Ausschnitt und den Tellerrock (Was auch sonst…) entschieden. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich auf den Schnittmusterbögen zurecht gefunden habe, dafür muß ich sagen, dass mir die Schnitte mit meinen üblichen Anpassungen (Das Kleid arbeitet sich mit Hilfe eines Kurvenlineals von Brust über Taille und Po gerne mal 1-2 Größen vor) auf Anhieb gut gepasst haben, sodass ich sicher noch weitere Varianten zusammenstöpseln werde, ich habe ja vom Stoffmarkt mehr als genug Material zur Verfügung…

Und was tragen die anderen Damen (neuerdings ja auch Herren) auf dem Me Made Mittwoch Blog heute so?

 

 

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14 replies »

  1. Tolle Kleid, ich finde du hast Mut und trägst die Streifen wunderbar. Als ich das letzte Mal auf dem Stoffmarkt war, hatte ich meine Tochter mit und die hat mir die Tasche voll gestopft, so dass ich momentan nur noch am Röckenähen bin. Macht Spaß.
    Liebe Grüsse,
    Claudine

  2. Ich durfte das Kleid ja schon in echt bewundern und die Foto´s sind auch klasse geworden. Es steht Dir unheimlich gut und hat auf dem Stoffmarkt viel Beachtung gefunden, hab jedenfalls ich registriert. Und auf die Ergebnisse der wundervollen Stoffe bin ich sehr gespannt. LG Ute

  3. Tolles Kleid, das sitzt total schön an Dir! Und die Verarbeitung mit den aufeinandertreffenden Streifen erst! Ich bin echt gespannt was du dir aus dem superschönen Seidenstöffchen zauberst, ich habe mich noch nicht an Seide getraut, obwohl ich da auch immer drumrumschleiche. Aber ich ärgere mich gerade noch so mit Viskose herum, da ist Seide wahrscheinlich noch nicht das Richtige 😀

    Liebe Grüße,
    Ann-Sophie

  4. Ich bin ja auch solch Streifenfan und gerade diesen Sommer werde ich mich dem Thema ganz und gar widmen. Früher habe ich Jersey auch nicht gern verarbeitet, aber seit ich meine Overlock habe, stellt dies alles kein Problem dar und ist meistens schneller gemacht, als Kleidung aus Webware. Dir ist jedenfalls ein tolles Kleid gelungen – ein echter Hingucker. LG Anke

  5. Hallo, gefällt mir gut. Ja – so wie man teure Sachen kauft, die auch mal zum Schrankhüter werden, sollten wir auch nicht bei Stoffen sparen! Das Kleid gefällt mir gut. Toll – wie die Streifen aufeinander treffen, so sollte es sein!

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