Me Made May 2017 -Nadelbernd ist dabei!

In den letzten Jahren habe ich nur still mitgelesen, dieses Jahr mache ich endlich mit beim MeMade May 2017, der von Zoe nun schon zum 8. Mal veranstaltet wird. Ziel ist es hierbei -ähnlich wie beim wöchentlichen  MeMadeMittwoch-, sich den gesamten Mai lang mit seiner selbstgemachten Garderobe auseinanderzusetzen, Vorhandenes dauerhaft in den Alltag zu integrieren, Schräges aus der Kategorie „Herznähen“ kombinieren zu lernen oder natürlich auch neue Kleidungsstücke für bisher unerkannte Bedürfnisse zu schneidern. Eine gute Ergänzung zu den 12 Colours of Handmade Fashion und ein spannendes Experiment, wie ich finde!

Wer jetzt auch spontan Lust bekommt, kann sich noch bis morgen mit einem Kommentar unter  Zoes Blogbeitrag in die Liste eintragen. Nachdem ich lange hin und her überlegt habe, ob mir das vielleicht zu stressig wird oder ob mein MeMade-Kleiderschrank genug für einen ganzen Monat (ist gar keine Bedingung!) her gibt, habe ich mich nun doch angemeldet:

Endlich auch beim MMMay angemeldet, ich freue mich auf die internationale Aktion!

Ich möchte mindestens von Montag bis Freitag Selbstgenähtes tragen. Das klappt inzwischen auch fürs Büro gut, weil ich neben meinen üblichen oft gemusterten und eher auffallenden MeMades ein paar „seriösere Teile“ genäht habe, mit denen man auf Dienstreisen beim Kunden nicht als „bunter Vogel“ unangenehm auffällt.

Zu Beginn meiner Näherei hatte ich anfangs „Skrupel“, meine selbstgeschneiderten Kleidungsstücke auch wirklich öffentlich zu tragen. Zum einen, weil man es gleich als nicht perfekte Eigenkreation erkennen könnte, zum anderen, weil mir der Mut fehlte, meinen eigenen Stil, dem durch das Nähen ja nun so gut wie keine Grenzen mehr gesetzt waren, selbstbewußt nach aussen zu tragen. Wer bevorzugt weite, bunte Tellerröcke trägt, fällt eben auf, das mußte ich für mich auch erst im wahrsten Sinne des Wortes“ertragen“ lernen, dann bin ich eben die „Tellerrocktante“, fein! Mittlerweile ist mein Schrank so voll mit selbstgenähter und für mich bedenkenlos tragbarer Kleidung, dass ich gut durch den Mai komme ohne alle drei Tage das gleiche anhaben zu müssen. Ich bin gespannt, wie viele Kombinationen der Schrank eigentlich wirklich hergibt, oft trägt man ja doch immer wieder die gleichen Zusammenstellungen, weil es morgens schnell gehen muss. Zumindest bin ich notorisch spät dran, da wäre eine im Mai durchdachte Sammlung von neuen Kombinationen eine schöne Zeitersparnis.

Nadelbernd macht zum ersten Mal beim MMMay mit und verpflichtet sich zur absoluten Stoffdiät…

Die täglichen Outfits versuche im Laufe des Tages auf Instagram zu dokumentieren und am Wochenende mache ich daraus einen ausführlicheren Blogpost, der sich mit den verwendeten Schnitten, meinen Erfahrungen damit und meinen Erkenntnissen der Woche beschäftigen wird. So der Plan, wie es am Ende zeitlich klappt werde ich sehen.

Wenn nichts ansteht, trage ich samstags und sonntags zu Hause eher gekaufte „Schlummbumm-Klamotten“, da machen Outfit-Fotos wenig Sinn, naja und zu faul zum Aufrüschen für vorzeigbare Fotos bin ich wohl auch…

Mit „Margot“ aus „Tilly and the Buttons“, einer T-Shirt Nähpremiere und Fotos ohne Kopf könnte ich das allerdings ändern. So hätte ich auch eine gute Gelegenheit ein paar Stoffe zu verwerten, die ich mal ganz toll für was auch immer fand, inzwischen aber nicht mehr für Kleidung ausserhalb der Wohnung gut finde. Ein weiteres Gelöbnis ist für den Mai nämlich auch, dass ich einen Monat wirklich-wirklich keinen neuen Stoff kaufe und nur noch Material aus meinem Stofflager verwende. Bisher verlief die Stoffdiät eher so lala..

Sclummbumm-Hosen werden ab jetzt nicht mehr gekauft, sondern selbst gemacht.

Da der MeMadeMay international läuft (inzwischen gibt es 310 Anmeldungen!), bin ich sehr gespannt darauf, wie in anderen Ländern genäht wird und natürlich bin ich auch auf der Lauer nach Inspirationen für neue Schnittmuster, auch wenn ich davon eigentlich genug hier rumliegen habe. Da unser großer Urlaub erst im September sein wird, kann ich mich also schon jetzt vom Sofa aus auf neuen Input aus dem Ausland freuen. Wo auch immer wir im Ausland sind, stöbere ich wahnsinnig gerne durch den dortigen Handarbeitsmagazindschungel, meine Ausbeute aus Schottland hat in den letzten Wochen reichlich Früchte getragen, DER Kauf überhaupt war dieser Hosenschnitt:

Die Hose aus der Shannon Collection von Simple Sew nähe ich im Moment rauf und runter, alles absolute Lieblingsteile.

Daraus habe ich bereits 4 Versionen genäht, wer mir auf Instagram folgt, kennt sich schon. Zum Bloggen fehlte in den letzten Wochen leider die Lust, aber hier ist der MeMadeMay ja auch ein guter Anreiz. Manchmal frage ich mich auch, ob die Zeit für Blogs nicht schon langsam rum ist, und ob das überhaupt noch ernsthaft irgendwer liest. Instagram und Co. sind einfach viel weniger aufwändig, dafür aber natürlich auch sehr viel oberflächlicher. Wie seht Ihr das?

Überhaupt habe ich in den letzten Wochen ziemlich viel genäht, was unter anderem auch daran liegt, dass ich Dank dem Buch „Fettlogik Überwinden“ seit Januar satte (Achtung, Wortspiel…) 10kg abgenommen habe und mir viele Sachen einfach nicht mehr richtig passen. Einerseits ein Grund zur Freude, anderseits schade, denn zum Ändern mancher Lieblingsteile konnte ich mich noch nicht aufraffen.

Auch wenn es hier in letzter Zeit recht still auf dem Blog war, lief die Nähmaschine im Dauerbetrieb, neue Kleidung in passender Größe mußte her.

Wer keinen Abnehmcontent lesen möchte, überspringt bitte einfach die nächsten Absätze, ich möchte es an dieser Stelle einfach mal los werden, weil es eben auch Einfluß auf meine Näherei hat…

Über das Buch und diverse Mahlzeitenposts dazu auf Instagram gab es im vergangenen Dezember bereits hitzige Diskussionen. Für Meike zum Beispiel ist dieser Abnehmwahn ein Backlash, Stella findet das gar nicht. Und ich?

Durch die kontroversen Posts wurde ich Ende 2016 auch auf das Buch aufmerksam, ein blöder Zeitpunkt eigentlich, Neujahresvorsätze, die dann eh nix werden und so. Und eigentlich fand ich mich auch OK, wie ich war. Oder doch nicht?  Anfang Januar habe ich das Buch dann doch in die Hand genommen und nach drei Tagen „oh…, jo, da ist was dran… und achso…irgendwie (fett)logisch“ voller Motivation aus der Hand gelegt und mir gesagt: „Jetzt isses soweit, es wird was geändert!“

Gewogen hatte ich mich das letzte Mal geschätzt vor 10 Jahren und dann kam der Gong auf der Waage: Laut BMI lag ich knapp im unteren übergewichtigen Bereich! Uff. Hätte ich nicht gedacht und ist eigentlich auch wurscht, weil nur eine Zahl, die nicht wirklich etwas über eigenes Wohlbefinden aussagt. Zumindest hat es mir klar gemacht, dass da wohl doch mehr als 3 Kilo zuviel auf der Waage erscheinen… Ich fand mich nie wirklich dick, aber hier und da war eben doch zu viel dran und ich wäre es gerne los gewesen, besonders um die Hüfte rum. Das Problem mit der Birne, Ihr wisst schon. Dieses „bisschen“schränkte mich nämlich auch in der Wahl der Kleidungsstücke ein: Rocklänge lieber immer über die Knubbelknie und überhaupt lieber Röcke als am Oberschenkel zwickende Hosen. Jumpsuits fand ich ja schon immer toll, aber nicht mit meiner Figur. Gestört hat mich das schon länger, ich war nur zu bequem und irgendwie ratlos, wie man das dauerhaft ändern könnte, denn auf  Hungerkuren und aufwändige sinnlose Diäten hatte ich keine Lust und überhaupt findet sich immer ein Grund jetzt doch in die Chipstüte zu greifen, ich war doch heute Mittag Laufen…. Und genau da greift schon die erste Fettlogik! Peng! Einmal Umdenken, bitte!

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen, es gibt keine starren Regeln vor, sondern zeigt einfach viel Schwachsinn auf, den man in den letzten Jahren verinnerlicht hat. Eine ausführlichere Rezension gibt es übrigens hier.

Vorher-Nacher: Links im Weihnachtskleid Ende 2016, alles auch gar nicht schlimm, nur jetzt rechts mit ein paar Kilos weniger trage ich wieder sehr gerne Hosen.

Mein Weg zum Erfolg war relativ einfach, mal abgesehen davon, dass Abnehmen nie ein Zuckerschlecken(!) ist, weil man ja auf Gewohntes zu verzichten lernen muß. Ich bin kein Freund von allzu engen Vorgaben und hatte keine Lust alles, was ich esse erst auf die Waage zu legen, um meine Bilanz von Essen zu Kalorienverbrauch im grünen Bereich zu halten. Deshalb habe ich meine Ernährung komplett umgestellt auf : Nur noch einen Teller von was auch immer Herr B. kocht, viel viel mehr Gemüse und Eiweiß, morgens Porridge, mittags Skyr und Obst, keine Süßigkeiten, viel Bewegung (nicht nur Sport, sondern auch ein Spaziergang in der Mittagspause, etc.), literweise Grüner Tee und so hat es hat auch ohne Kalorientagebuch geklappt. Natürlich braucht es für die „Pi-mal-Daumen-Variante“ einiges an Disziplin, aber da muß man sich einfach klar machen, was einem nun wichtiger ist, der Schokoriegel oder die Aussicht auf weniger Hüftgold. Und ein Stück Geburtstagskuchen war auch mal drin, dann dauert die Aktion eben etwas länger, aber es hetzte mich ja auch keiner. Für mich hat es jedenfalls geklappt und seit einem Monat halte ich mein Wunschgewicht ohne zu hungern, man muß eben nur überlegt „das Richtige“ und keinen Schrott mehr essen. Es ist tatsächlich so einfach!

Ich kann nichts Negatives daran finden, wenn man für sich entscheidet, weniger wiegen zu wollen. Das hat gar nichts mit mangelnder Selbstakzeptanz oder dem Nacheifern von Magermodels in Hochglanzmagazinen zu tun. Deren Präsenz ist vielleicht im Teenageralter nicht gerade von Vorteil, aber ich bin alt genug zu entscheiden, wie ich mich wohler fühle. Und ich kann ganz klar sagen, das tue ich jetzt, ich ernähre mich sehr viel gesünder als vorher und beschäftige mich viel intensiver mit dem was und wie ich es esse. Die meisten Reaktionen zu meinem neuen Gewicht waren auch durchweg positiv, auch wenn mancher sagt, so langsam wird das Gesicht sehr spitz. Das mag sein, aber mehr soll ja auch nicht weg und bis jetzt klappt das Halten im mittleren Normalgewicht ganz gut, ich gönne mir wieder Kaffee und hier und da eine Ausnahme in Form von Pizza oder Eis, nur das Genasche beim Fernsehen ist nach wie vor tabu.

Gemüse- und Obst schnippeln ist nun nach dem Nähen nun mein zweites Yoga und ich freue mich darüber, dass sich die Bandbreite meines Kleiderschrankes erweitert hat, weil ich nun wieder gerne weite Hosen trage, die ich vorher an mir unvorteilhaft fand. Den tollen Hosenschnitt „Flint“ von Megan Nielsen hätte ich vor drei Monaten auch noch links liegen gelassen, dabei ist er so chic und ratzfatz genäht! Wenn es im Mai hoffentlich etwas wärmer wird, wird diese Culotte sicher das ein oder andere Mal in meinen Outfits auftauchen. Bis jetzt habe ich eine in knallrot und eine in hellblau genäht und warte seit Wochen sehnsüchtig auf ohne Socken Wetter…

Dann plane ich mich im Mai auch noch endlich das Lace-Tücherstricken. Ihr zeigt immer so schöne Teile, die ich voller Bewunderung bestaune, weil es mir ein Rätsel ist, wie man das macht. Ich möchte das auch können! Strickvorlagen habe ich mir in einem Büchlein besorgt, das Stricken jenseits von Kraus-Rechts und Patentmuster in stur geradeaus begreife ich hoffentlich durch ein Makerist-Video. Oder wie habt Ihr das gelernt?

Ich bin sehr gespannt auf den Mai, habt einen schönen Feiertag!

 

 

 

 

 

 

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19 replies »

  1. Hi Nadine, das ist ja ein toller Erfolg von Dir. Gratuliere. Ich weiss wie sich das anfühlt und muss endlich auch mal wieder dir Kurve kriegen. Auch wenn ich im Prinzip alles darüber weiss, hat mich der Buchtipp neugierig gemacht. Aber so oder so: Du siehst jedenfalls toll aus, allerdings fand ich das mit 10 kg mehr auch völlig okay und hätte nicht im Ernst daran gedacht, dass da noch soviel Luft nach unten ist. Liebe Grüße Ute

  2. Danke für diesen Blogpost!! Ich mag Instagram echt gern (ich weiß aber auch, was ich da sehen will und was nicht), aber so ausführlich geh es eben dort nicht, denke ich.
    Liebe Grüße
    Hendrike

  3. Ich lese es!
    Insta ist irgendwie ein Appetithappen und ein Blogpost im besten Fall eine schöne, runde Mahlzeit (um mal im Essjargon zu schreiben).
    Es ist toll, was Du geschafft hast und finde es persönlich sehr wichtig, sich wohl zu fühlen in seinem Körper. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es bei mir erst 5kg zuviel waren, dann 10 und irgendwann waren es 25kg. Das war ein jahrelanger Prozess und es braucht auch jetzt einen langen Atem, gesund und dauerhaft abzunehmen und einige Gewohnheiten zu ändern. Neben den gesundheitlichen Aspekten möchte ich so wie du, einfach wieder Spaß an Mode und Kleidung haben.
    Ich freue mich schon auf Deine Mmmay Beiträge.
    LG Luzie

  4. Ich freue mich sehr über deinen Erfolg, es ist so toll sich wohl in der eigenen Haut zu fühlen.
    Ich esse jetzt das letzte Stück Kuchen, dann leihe ich mir das Buch (nochmal) aus.
    LG Sybille

  5. Da Du direkt fragst, „ob das überhaupt noch ernsthaft irgendwer liest“. Ja, ich lese Deine ausführlichen Posts mit den liebevoll aufbereiteten Fotocollagen wirklich sehr gern! Allerdings kann ich wenig mit Instagram anfangen und frage mich umgekehrt, wer sich die unzähligen Selfis von Frauen vor Schlafzimmer- und Toilettenspiegeln anschaut, die darüber hinaus wenig Information bieten, geschweige dass sie eine Geschichte erzählen … Ich wünsche Dir viel Spaß beim MeMadeMay und würde mich über Deine wöchentlichen Posts darüber freuen. LG, Manuela

  6. Danke fürs Verlinken! 10 Kilo sind echt ein schöner Erfolg, damit wäre ich schon ganz zufrieden, auch wenn es bei meinem Bauch gern 15 Kilo werden dürfen 😉 Bei mir geht es bisher sehr langsam, da ich nicht auf allzu viele Kalorien verzichte, aber solange das Gewicht überhaupt nach unten geht, bin ich zufrieden. Das mit der Bewegung muss noch besser werden, mein Körperfettanteil ist leider richtig katastrophal 😦 Und ich mache das auch vor allem wegen der Gesundheit.

Ich freue mich über deinen Kommentar!

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